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Vereinsausflug in den Harz 2016


Am Freitag, dem 1.7.2016 trudelten gegen 14:00 Uhr die TeilnehmerInnen des diesjährigen Ausfluges von „De Immen“ nach und nach ein. Treffpunkt war das idyllische Slow-Food-Hotel „Landhaus Kemper“ im Ortsteil Buntenbock von Clausthal Zellerfeld im Oberharz.

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Vereinsausflug in den Harz 2016

Gleich zu Beginn, bei einer leckeren Tasse Kräutertee oder Getreidekaffee, wurden wir von dem Organisator Bernd Hebel darüber informiert, dass es im Harz – trotz des fehlenden gleichnamigen Flusses – Donauwellen gibt. Mit Erstaunen und großem Genuss wurde diese erste Information von uns „Nordlichtern“ verdaut.
Später wurden die Quartiere bezogen z.T. im „Rosenhaus“ des Hotels, bei Bernd privat und ein Paar nutzte seine Wiese für ein Campingwochenende im VW-Bus.
Später unternahmen wir gemeinsam einen ersten Spaziergang über die umliegenden Bergwiesen mit einer beeindruckenden Flora. Immer wieder stöberten die Botanikerinnen der Gruppe in ihren Bestimmungsbüchern und erklärten begeistert, um welche Pflanze es sich handelte. Ein ganz besonderes Fundstück war die „Oberharzer Purpurrote Wiesen-Flockenblume“.
Am Abend stärkten sich die hungrigen Wanderer an dem leckeren Buffet. Beim Slow Food saßen wir noch lange gemütlich zusammen, fachsimpelten über Bienen und ließen uns Bernds Unternehmensvorschlag für Samstag erklären. Geplant war eine ausgiebige Wanderung von Buntenbock nach Osterrode, zunächst über die Bergwiesen und später über einen Abschnitt des Karstwanderweges.
Nach einem guten und ausgedehnten Frühstück traf Petrus die Entscheidung: „DAUERREGEN“.
Vorausschauend hatte Bernd Alternativvorschläge parat, die nach verzweifelten Blicken aus dem Fenster mit viel Enthusiasmus und enormer Diskussionsfreude erörtert wurden. Da standen nämlich eine Besichtigung eines Bergwerkmuseums und die Erkundung der Iberger Tropfsteinhöhlen mit dazugehörigem Museum und anschließendem Spaziergang durch den nahe gelegenen Weltwald zur Auswahl. Diese interessante Alternative erforderte natürlich intensives und genaues Abwägen unter Berücksichtigung aller Wenns und Abers, getrieben von der Hoffnung, dass während der Diskussionszeit der Regen aufhören möge, um zum ursprünglichen Vorhaben – der ausgiebigen Wanderung – zurückkehren zu können.
Das Wetter tat uns den Gefallen nicht. In demokratischer Abstimmung fiel die Entscheidung und es bildeten sich erstaunlich schnell Fahrgemeinschaften. Mit 3 PKW fuhren wir zur Iberger Tropfsteinhöhle.
Zwei besonders wetterfeste Wanderinnen erkundeten zu Fuß die Umgebung, während sich die anderen im Museum umschauten und /.oder an der Führung durch die Höhle teilnahmen. Der Weg durch das Tropfsteinhöhlenlabyrinth war gleichermaßen beeindruckend wie spannend. Gewaltige wie zarte und bizarre Steingebilde beflügelten die Fantasie. Es fiel nicht schwer in die, mit Sachinformationen gespickten Märchenerzählungen der Museumsführung einzutauchen. Auch der anschließende Museumsrundgang bot interessante und ausgefallene Informationen rund um die Iberger Höhlen. Schwerpunkte waren zum Einen die Entstehung des Iberges vor 300 Millionen Jahren. Es handelt sich dabei um ein ehemaliges Korallenriff der Südsee nahe dem heutigen Madagaskar. Es gelangte durch die Kontinentalverschiebung auf die Nordhalbkugel bei Bad Grund. Als Kalkmassiv mitten im Harz gilt es als geologische Seltenheit. Der zweite Schwerpunkt beschäftigt sich mit der Geschichte einer Großfamilie von deren Vorfahren sich in einem 3000 Jahre alten Grab gut erhaltene Knochenfunde und Grabbeigaben fanden.
Nach einer Pause mit Kaffee und Lunchpaket machten wir uns auf den Weg zum Weltwald. Es brauchte zwar keine Weltreise aber ein paar kleine Umwege bis wir dort ankamen. Eine Informationstafel schlug uns gekennzeichnete Wege durch verschiedene Kontinente vor. Wir entschieden uns – entgegen der Erwartung – schnell und diskussionslos für AMERIKA. Inmitten altbekannter Laub – und Nadelbäume standen tatsächlich einige Raritäten aus Amerika. In der Hoffnung mehr davon zu finden, durchquerten wir zweimal Amerika. Danach bekamen einige Heimweh und beschlossen ins Hotel zurück zu fahren. Dort angekommen genehmigten wir uns im Rosenhaus einen guten durchwärmenden Kräutertee, während der Rest der Truppe vermutlich immer noch in Amerika besondere Bäume suchte. Als die Heimkehrer zurück waren, genossen wir den Slow-Foot-Abend mit leckerem Essen und gemütlichem Austausch über Dies `und Das und Jenes.
Ein zweiter erlebnisreicher Tag klang aus mit der Ankündigung eines geführten Spaziergangs am Sonntagmorgen unter Leitung des Referenten Herrn Westermann zum Thema „Bergbau im Oberharz“. Mit der Hoffnung auf gutes Wetter begaben wir uns zur Ruhe.
Tatsächlich schickte uns Petrus am Sonntagmorgen zunächst Sonnenschein. Gestärkt durch ein leckeres Frühstück brachen wir gegen 10:00 Uhr mit Herrn Westermann zur „Expedition Bergbau“ auf. Wir wanderten über Bergwiesen und bestaunten die wunderschönen Seen (Buntenbocker Teiche), die als künstliche Wasserspeicher angelegt worden waren, um die Maschinen für den Bergbau anzutreiben. Die Seen sind mit einem Kanalsystem miteinander verbunden, so dass sich überwiegend unterirdisch ein ausgedehntes Netz von künstlichen Wasserläufen befindet. Heute dienen diese Seen als Augenweide, ökologische Nischen und zu Erholungszwecken. Das Wasser einiger Seen ist so sauber, dass man es trinken kann, was von einigen besonders Mutigen sofort getestet wurde. Daraus schloss der gute Petrus: „Durstige Wanderer“ und öffneten die himmlischen Schleusen. Auf diese Weise frisch geduscht traten wir den Rückweg auf dem Abenteuerpfad an. Es machte viel Spaß auf dem verwunschenen Weg durch Blaubeerhecken „hm lecker“, über glitschige Steine „aufpassen, durch einen Bach „vorsichtig nass“ und Dickicht „pass auf die Zweige schlagen zurück“ hindurch zu kommen. Endlich trafen wir wieder auf den Weg, auf dem der Erkundungsgang begonnen hatte. Nun war es an der Zeit zum Hotel zurück zu kehren und zu packen. Zum Abschluss hatte Bernd uns zu sich nach Hause eingeladen. Schließlich galt es zu testen, was wir am ersten Tag von ihm gelernt hatten: dass es vorzügliche Donauwellen gibt…und das mitten im Harz.

Bleibt nur, Bernd von uns allen ein großes DANKESCHÖN auszusprechen für dieses erlebnisreiche und gut organisierte Ausflugswochenende.

Renate Kampen und Manfred Süssen