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Vereinsausflug Ostfriesland


FASZINAZION BIENENSCHWARM - DE IMMEN Vereinsausflug 2017

Vom 14. bis 16. Juni 2017 schwärmten 26 DE IMMEN Mitglieder, Freunde und Bekannte ins schöne Ostfriesland zum diesjährigem DE IMMEN Vereinsausflug. Das Thema lautete FASZINATION BIENENSCHWARM und begleitete uns das gesamte Wochenende. Der Freitagabend diente dem Ankommen, Vorstellen und Kennenlernen und es war spannend zu erfahren, wie viele Menschen in unterschiedlichsten Behausungen Bienen halten!

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FASZINAZION BIENENSCHWARM - DE IMMEN Vereinsausflug 2017

Am Samstag hörten wir einen (2 ½ stündigen!) sehr lebhaften Vortrag von Albert Muller,
holländischer biologisch dynamischer Imker, Lehrer für Bienenzucht, Sachverständiger für
Bienenkrankheiten, Bienenkenner, Biologe und Wissenschaftler. Und natürlich Bienenliebhaber!
Die Kombination dieser Berufsfelder, gepaart mit Alberts sachlich humorvoller Art sein
Wissen weiterzugeben, machte den Vortrag zu einem unvergesslichem Erlebnis, zumal
Albert ein hervorragender Redner ist, dem man auch nach mehr als zwei Stunden noch
fasziniert zuhören kann. Albert erläuterte uns seine Betriebsweise in der Einraumbeute von
Mellifera, die bei niederländischen Imkern stark verbreitet ist ( und die er auch in seinen
zahlreichen Kursen empfiehlt) und brachte uns das Schwarmgeschehen mit all seinen
Phasen und Zyklen näher. Er beeindruckte mit seiner Haltung der Varroa gegenüber: Albert
verzichtet seit Jahren grundsätzlich auf eine Behandlung, vermehrt konsequent über den
Schwarmtrieb und erreicht so eine geringe Varroaanzahl in den Völkern. Auf diese Weise hat
er es geschafft, dass seine Völker eine Vitalität besitzen, die sie mit den restlichen Varroen zurecht kommen läßt.
Unterstützt wurde sein Vortrag von zahlreichen Fotos und viel detailliertem Wissen, geschöpft aus jahrzehnte langer Erfahrung.
Den Nachmittag verbrachten wir mit einem Ausflug ins Moormuseum Moordorf, wo wir einer
Führung beiwohnten, die anschaulich das beschwerliche Leben und die Armut in diesem ostfriesischem Moordorf darstellte.
Eine ostfriesische Teezeit in geselliger Runde, wo die vom morgendlichen Vortrag übrig
gebliebenen Fragen und Eindrücke ausgetauscht wurden, folgte. Am Abend hörten wir eine
kleine Lesung zur Wissensvermittlung zu den Bienen, einem Lehrbuch von 1914
entnommen, und kamen aus dem Erzählen und Austauschen über unsere Bienen gar nicht mehr heraus.

Am nächsten Morgen ging es in den Bienengarten von Roman und Ivonne. Dort haben
Manfred und Roman am 14. Mai 2017, eigens für den Ausflug, drei Schwärme in
unterschiedliche Bienenbehausungen eingeschlagen. Wir konnten die Brutnestentwicklung in
einer Einraumbeute, einer Top Bar Hive und dem Weißenseifer Hängekorb anschauen.
Mein Favorit ist der Weißenseifer Hängekorb! Seine ästhetisch künstlerische Form, sowohl
der Bienentraube als auch dem menschlichen Haupt nachempfunden, das Stroh mit seiner
hervorragenden Dämmungseigenschaft, wo Temperatur und Feuchtigkeit optimal reguliert
werden, die Einzelaufstellung und die Möglichkeit zur extensiven Bienenhaltung, lassen ihn
in meinen Augen als eine der geeignetsten Bienenbehausungen erscheinen.
Die Mellifera Einraumbeute besiedel ich ebenfalls sehr gerne, dort bleibt, bei extensiver
Bienenhaltung, die Entscheidung, ob Brut- oder Honigwabe, den Bienen selbst überlassen.
Schön waren auch die von Tom umgebauten alten Lüneburger Stülper: er hat das Flugloch
nach unten versetzt und oben einen Holzring eingenäht, damit, ähnlich wie beim
Weißenseifer, ein Honigraum für die Honigernte aufgesetzt werden kann. Hier dienen
Holzspeile als Anfangshilfen für den Wabenbau und die Körbe sind mit einem Kuhdung-Lehm-Holzasche-Gemisch eingestrichen.
Neben Alberts Vortrag waren diese Einblicke in die Völker ein beeindruckendes Erlebnis, zu
welchen Wabenkonstruktionen die Bienen im Naturwabenbau fähig sind. Jede Wabe, jedes
Volk einzigartig im Ausbau der Waben und in seinem Duft.
Ich blicke zurück auf ein wunderschönes Wochenende mit vielen Eindrücken, Begegnungen,
guten Gesprächen, fachlichem Austausch und dem Willen, die Bienen durch unsere
Gesinnung, Haltung und Betriebsweise zu stärken und so einen wertvollen Beitrag zu ihrem
(und letztlich unser Aller) Wohlergehen zu leisten.
Einen herzlichen Dank für die Organisation, den Vortrag, den Besuch im Bienengarten, der
gemütlichen Unterbringung und Verpflegung im NABU-Woldenhof und den offenen,
fachkundigen und sehr persönlich gefärbten Gesprächen unter den DE IMMEN Mitgliedern!

Barbara Leineweber
DE IMMEN NRW; Demeter NRW