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Die HOCHWABENBEUTE RAMELI ll


16. März 2016

Die HOCHWABENBEUTE RAMELI ll

Am zweiten Märzwochenende trafen sich der „Arbeitskreis wesensgemäße und DemeterImker in NRW“, eine Teilgruppe der „wesensgemäßen Imkergruppe NRW“, ein Zusammenschluss zertifizierter und nicht zertifizierter Imker und Imkerinnen, auf dem Demeter Bienenhof Buddenkotte, um gemeinsam ein Projekt in Angriff zu nehmen, das auf Anregungen des Demeter- Imkers Stephan Rameil, Ausbilder und Fachberater für Umstellungs- und Zertifizierungsfragen, basiert, und bauten unter seiner Anleitung sieben seiner von ihm entwickelten isolierten, warmhaltigen Bienenbeuten, die Rameli-Beute.

Die Rameli-Beute erinnert an die ursprünglichste aller Bienenbehausungen: den hohlen Baum. Der Brutraum besitzt durch eigens eingefügte Dreieckhölzer in den Ecken einen leicht achteckigen Innenraum, die Bienen sitzen auf Hochwaben, die statt eines Unterträgers lediglich schmale Leisten besitzen. Das Flugloch befindet sich mittig. Im Frühjahr wird das, unter dem Flugloch angelegte, horizontale Trennschied gezogen, der Brutraum wird somit nach unten hin erweitert und die Bienen können ihre Waben, wie im hohlen Baum, nach unten weiter ausbauen. Für die Honigernte wird ein, ebenfalls isolierter Honigraum aufgesetzt, so dass der Imker den Honig leicht ernten, schleudern oder ausschneiden und tropfen lassen kann. Im Winter, wenn die Bienen sich zur Wintertraube wieder in den oberen Brutraum zurückgezogen haben, werden die langen Waben abgeschnitten, und das Trennschied
mittig wieder eingesetzt. Eine weitere Besonderheit ist die Verwendung von Schließrähmchen, d.h.: die Seitenträger schließen lückenlos aneinander an, die Wabengassen sind geschlossen, die Nestwärme wird optimal gehalten und die Nestduftwärmebindung (vgl. hierzu Johannes Thür und Otto Rheinheimer) gelingt. Der Arbeitskreis hat sich zum Ziel gesetzt, das Gedeihen und die Entwicklung der Bienenvölker in isolierten Beuten zu erfassen, zu erforschen und die Verbreitung der Idee der Rameli ll -Beute zu fördern. Untersucht werden die Auswirkungen isolierte, warmhaltige Bienenbeute auf die Vitalität der Bienenvölker, die Honigqualität und das Überwintern der Bienenvölker auf eigenem Honig. Eine verbesserte Vitalität und Gesundheit der Bienenvölker in isolierten Beuten und ein Verzicht auf Zuckerfütterung sind, laut Stephan Rameil, der seit Jahren seine Bienen in isolierten Beuten hält, erste Ergebnisse dazu. Die Arbeitsgruppe ist von der Wichtigkeit des Projektes überzeugt, möchte gleichzeitig die Überwinterung der Bienen auf eigenem Honig und sieht dies in den isolierten Beuten, als optimale Vorraussetzung für Vitalität und Bienengesundheit, gewährleistet. Mit Forschungen zu isolierten Bienenwohnungen leisten wir als Demeter-Imker einen Beitrag zu der Frage einer angemessen Bienenwohnung für das Wärmewesen BIEN. Der BIEN spart so einen großen Teil seiner Kraft ein, die er sonst für die Wärmeerzeugung aufwendet. Er kann sich somit besser seinen wirklichen Aufgaben widmen, nämlich eine Beziehung zu schaffen, um Natur, Mensch und Geist zu pflegen. Isolierte warmhaltige Bienenwohnungen ermöglichen somit einen respektvolleren,
tiergerechten Umgang mit dem BIEN. Sollten unsere Annahmen durch die Versuchsergebnisse verifiziert werden, wäre dies ein
gelungener Beitrag, sowohl für die Weiterentwicklung und Verbreitung der DemeterBienenhaltung, als auch der demetergemäßen Entwicklung der Bienenwohnungen! Die Ergebnisse des Projektes, das dankenswerter Weise von der Zukunftsstiftung NRW
unterstützt wird, werden zukünftig regelmäßig im Demeter Rundbrief NRW bekannt gegeben.

Für Fragen zum Artikel und der Rameli ll -Beute stehen Ihnen
Demeter-Imker Stephan Rameil, Tel.: 02132 2426 und
Barbara Leineweber, De Immen NRW, Demeter NRW, Tel.: 02043 64453
gerne zur Verfügung!

Barbara Leineweber, Koordinatorin der „wesensgemäßen Imkergruppe NRW

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